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Auf die Kostenbremse treten
Auf die Kostenbremse treten
Creditreform Unternehmermagazin
Creditreform Magazin, 15.03.2011
Wer Fuhrparkkosten reduzieren will, sollte direkte und indirekte Kosten unter die Lupe nehmen und eine Gesamtbilanz erstellen. Wir nennen Beispiele für erfolgreiches Sparen.
„Mein Spaß am Fahren ist größer geworden“, sagt Michael Mandelsohn, Unternehmensberater in Frankfurt. „Spitzenqualität für weniger Geld – das gefällt unserem Controller“, sagt Herbert Fuchtel, Außendienstler bei einer Textilfirma in Nürnberg. Was beide gemeinsam haben? Mandelsohn tauschte seinen Mazda6-Kombi gegen einen Skoda Superb Kombi und spart nun rund 100 Euro pro Monat an Gebühren für das Full Service Leasing. Obendrein bietet das tschechische Modell mehr Ausstattung und einen größeren Landeraum. Und
Fuchtel wechselte vom BMW 3er Touring auf den Seat Exeo Kombi, was 140 Euro weniger Gebühren pro Monat mit sich bringt.
„Im Firmenwagenmarkt herrscht ein strengeres Kostenbewusstsein“, sagt Hermann Schmitt, Geschäftsführer von Skoda Deutschland. Bei Fahrzeugvergleichen würden inzwischen nicht nur die direkten und indirekten Einzelkosten, sondern auch die Gesamtkosten betrachtet. Beim direkten Summenabgleich wiederum liege der Schwerpunkt nicht bei den Anschaffungs- und Kraftstoffkosten – denn die machten ohnehin je nach Hersteller nur zwischen 17 und 22 Prozent der Gesamtkosten aus. Wichtige Posten beim Total Cost of Ownership
(TCO) pro Fahrzeugmodell seien aber ebenso die Wartung, die Reifen, Steuern und Versicherung. Und wer Fuhrparks betrachtet, die mit Fahrzeugen nur eines Herstellers bestückt sind, der erhebt für jede Marke auch die Aufwendungen für das Fuhrparkmanagement.
Sparen bleibt sexy
Auch die Dekra hat beobachtet, dass in Sachen Fuhrpark im Vergleich zu 2008 mit spitzerem Bleistift gerechnet wird. Was während der Krise begann – „Hauptsache Kosten runter“ – wird auch jetzt im Aufschwung einfach beibehalten. Optimierungspotenziale gibt es dennoch: So bleiben laut Dekra in der Gesamtbetrachtung der Wartungskosten nicht selten die Wartungsintervalle unberücksichtigt. Wer seine TCO-Bilanz noch weiter aufhübschen möchte, spart bei der serienmäßigen Ausstattung, optimiert das Transportvolumen
und die Variabilität des Laderaums und erhöht das Leistungsvermögen der Navigation. Denn laut Norbert Schwaiger, Geschäftsführer des neuen Blaupunkt-Geschäftsfelds Telematics, lassen sich allein durch aktuelles Kartenmaterial, Internetanbindung und rasche Berücksichtigung von Verkehrsinformationen durchschnittlich drei Prozent des Spritverbrauchs einsparen.
Weitere 20 Prozent mehr Kosteneffizienz im Fuhrparkmanagement sind theoretisch durch Software-Lösungen erreichbar, die etwa Leasinggesellschaften ihren Kunden mit Wagenpark zur Verfügung stellen. Wird dabei das Kennzeichen eines Autos in den Computer eingeben, erscheinen auf dem Bildschirm alle relevanten Daten wie Verbrauchswerte, Schäden, Versicherungstarife, Einsatzzeiten. Meist ist dieser Service mit einer internetbasierten Datenbank gekoppelt, in der alle gängigen Fahrzeugmodelle samt Kosten aufgeführt
sind. Was laut Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen im Falle von Stoßzeiten, die mit Mietfahrzeugen überbrückt werden sollen, enorm wichtig sein kann. Denn bei der Auswahl der Mietautos sind so deren Betriebskosten im Detail erkenn- und vergleichbar. Ausschlaggebend für Fuhrparkverantwortliche sei heute auch das „Image der Technik“, so Hermann Schmitt. Welche Kinderkrankheiten und Konstruktionsmängel sind bekannt? Mit welchen außergewöhnlichen Verschleißerscheinungen ist zu rechnen? „Hier punkten wir mit
der Tatsache, dass wir uns aus den Regalen des Volkswagen Konzerns bedienen können“, sagt der Skoda-Manager. So sei das moderne VW Antriebsaggregat 2.0 TDI mit Common-Rail-Einspritzung, Rußfilder und Euro-5-Einstufung auch im Skoda Nobelmodell Superb zu haben. „Wir verheimlichen nicht, dass im Seat Exeo die Gene des Audi A4 stecken“, stellt auch der Boss von Seat Deutschland, Holger Böhme, klar.
Mobility on demand
Auf das steigende Kostenbewusstsein von Fuhrparkverantwortlichen haben sich auch die Kfz-Hersteller eingestellt. Ford zum Beispiel bietet den Mondeo Concept Turnier mit einer Full-Service-Flatrate ab 199 Euro monatliche Leasingrate an. Mit der Servicepauschale sind Verschleiß- und Wartungskosten sowie zusätzliche Garantieleistungen abgedeckt. Citroen offeriert seinen C5 Kombi für 289 Euro, mit enthalten sind ebenfalls umfangreiche Serviceleistungen. Audi forciert den A6 mit einer 1,1-Prozent-Leasingaktion,
gerechnet vom Neuwagenpreis. Das kostensparende Angebot von Renault für den Laguna Grandtour: 279 Euro Leasingmonatsrate, 36 Monate Laufzeit, 60.000 Kilometer Gesamtstrecke, drei Jahre Wartung, Verschleißreparaturen und Garantie inklusive. „Das Modell gibt es schon mit 4,7 Liter Diesel pro 100 Kilometer und 120 Gramm CO2 je Kilometer, das sind mit die besten Werte seiner Klasse, sie beinhalten deutliche Preis- und Umweltvorteile“, betont Renault-Unternehmenssprecher Reinhard Zirpel.
Hyundai preist sein Kombi-Modell i30 cw unter dem Namen „Triple Five“ mit Garantieleistungen für fünf Jahre sowie erweiterte Service- und Wartungsangebote an. „Dieses Angebot hängt nicht wie bei anderen Autofirmen von der Finanzierungsform ab“, betont Kai Hesselbach, Leiter Großkunden und Flottenmanagement bei der koreanischen Automarke. Es gelte ausschließlich für das Fahrzeug, unabhängig ob dieses geleast – mit oder ohne Full Service – oder finanziert wurde. Kostenersparnis komplett: 1.250 Euro. Volvo hingegen
bleibt in seiner Werbung für Firmenkunden eher vage und verspricht beim S60 lediglich „Sparen, ohne zu verzichten“.
Wie Mitsubishi beobachtet hat, wird inzwischen auch die Fahrzeugnutzung besser durchleuchtet, was beispielhaft beim Elektrogefährt i-MiEV festzustellen sei. Während früher in größeren Unternehmen bestimmte Fahrzeuge bestimmten Mitarbeitern zugeordnet würden – was eine teure Angelegenheit sein kann, wenn es zu häufigen Standzeiten kommt – werde heute ein Pool an Fahrzeugen unterhalten, auf dem jeder Mitarbeiter etwa für Stadtfahrten zugreifen könne. „Hierfür eignen sich E-Autos besonders“, findet Hiroshi Taguchi,
Geschäftsführer von Mitsubishi Motors. Gemeint ist „Mobility on demand“ – also die Idee, dass ein Fahrzeug von möglichst vielen Mitarbeitern genutzt werden kann und nicht die meiste Zeit geparkt ist. „Wenn bei einem Nutzungsprofil Reichweite und Fahrzeuggröße keine Rolle spielen, dafür aber die Umweltfreundlichkeit und das Unternehmensimage umso mehr, bietet ein batteriebetriebenes Auto einen echten, geldwerten Vorteil“, argumentiert Taguchi.
Peugeot-Marketingleiter Thomas Schallberger stößt mit seinem Mobilitätskonzept „Mu by Peugeot“ in eine ähnliche Richtung. Nutzer dieses Angebots können in Berlin, Hamburg und München ganz nach Bedarf Pkw, Transporter, Motorroller bis Elektrofahrräder kurzfristig über ein Online-Reservierungs-Tool mieten. Schallberger kann sich vorstellen, dass auch andere Autohersteller in naher Zukunft als vielseitige Mobilitätsanbieter agieren.
Inzwischen betreiben spezialisierte Dienstleister ganze Fahrzeugflotten als Service für Unternehmen, der firmeneigene, teuere Fuhrpark wird somit überflüssig. „Und immer mehr Firmen kooperieren bei Fahrten und Transportaufgaben, indem sie diese bündeln“, sagt Wolfgang Bode, Professor für Betriebliche Logistik und Transportsysteme an der Hochschule Osnabrück. Die vorhandenen Fahrzeuge würden stärker genutzt – und unterm Strich seien oft sogar weniger Fahrten nötig.
Leasing: Günstige Pkw-Angebote für Firmen
Um mit Firmenkunden besser ins Geschäft zu kommen, haben Hersteller und ihre Banken attraktive Leasingpakete geschnürt.
| Hersteller |
Leasing-programm |
Sonder-ausstattung |
Sonder-modelle |
Zusatz-angebot |
| Audi |
Fleet Comfort, Prämie Light Plus, 1,1% Leasing-Aktion |
Businesspaket für A4, A5, A6 |
A6 Business Edition |
Komfortpaket plus für A3 |
| BMW |
Professional Leasing |
Businesspaket für 1er, 3er, 5er, 7er, X5, X6 |
3er Edition Fleet |
Fuhrpark-management |
| Citroen |
Business Leasing PLUS |
Premium Assistance |
C5 Business Class |
Businesspakete: Garantie PLUS, Service PLUS, Freedrive |
| Ford |
Flatrate Full Service |
Select- oder Businesspaket für Ka, Fiesta, Fusion, C-Max, Kuga, Mondeo, S-Max, Galaxy |
Mondeo Turnier Business |
Fuhrpark-management,
800 Euro Aktionsprämie für C-Max |
| Honda |
Geschäftswagen-Leasing |
Kein Ausstattungs-paket |
CR-V, Civic, Accord |
Mobilitätspaket |
| Jaguar |
Geschäftswagen-Leasing |
Keine Ausstattungs-paket |
Kein Sondermodell |
Service-Assistent |
| Mazda |
Fleet Team-Angebote |
Individuelle Businesspaket-angebote, Z-LIne |
2er, 3er, 6er |
Fuhrpark-management |
| Daimler |
Komplettpakete A-, B-, C-, E-, GLK-, R-, S-Klasse |
Flottenpakete für A-, B-, C-, E-Klasse |
Kein Sondermodell |
Fuhrpark-management |
| Nissan |
Geschäftswagen-Leasing |
Kein Ausstattungs-paket |
City Cars (Pixo, Micra, Note, Tiida) |
Fuhrpark-management |
| Opel |
Smart Buy |
Design Edition Insignia, Meriva, Astra, Vivaro, Antara, Zafira |
Insignia Sports Tourer Innovation |
Fuhrpark-management |
| Peugeot |
Easy Professional Leasing, Easy Drive Leasing |
Businesspaket für 207, 308, 407, 3008, 508, 5008 |
Business-Line-Modelle 308, 3008, 508, 5008 |
Branchenspezifisch ausgestattete Modelle, Fuhrpark-management |
| Porsche |
Geschäftswagen-Leasing |
Businesspaket für Boxster, Cayman, 911, Panamera, Cayenne |
Black Edition Boxster S, 911 |
Zugang zu Event- und Sport-veranstaltungen, z.B. Porsche Tennis Grand Prix |
| Renault |
Relax Pro |
Businesspaket für Laguna |
Night & Day Twingo, Clio, Koleos, Laguna, Wind |
Fuhrpark-management |
| Skoda |
Geschäftswagen-Leasing |
Businesspaket für Octavia, Superb |
Greenline Fabia, Yeti, Roomster, Octavia |
Volkswagen-konzernvertrag mit Zugriff auf VW-, Audi- und SEAT-Modelle |
| Toyota |
Specialleasing, Fuhrparkleasing |
Businesspaket, Energiesparpaket für Auris, Avensis, Verso |
Edition Aygo, Yaris, Avensis, Verso |
Jeden Monat ein Sonderangebot speziell für Firmenkunden, Fuhrpark-management |
| Volvo |
Sonderleasing, Leasing mit Volvo Pro |
Businesspaket für XC60, XC79, XC90, V50, V60, V70, S40, S60, S80, C30, C70 |
Kein Sondermodell |
Fuhrpark-management |
| Volkswagen |
Leasing mit Comfor Paket, Geschäftswagen-Leasing |
Businesspaket für Golf, Touran, Tiguan, Passat, Sharan, Touareg, Phaeton, Multivan, Caddy |
Style Polo, Golf |
Selbstabholung in der Autostadt Wolfsburg spart bis zu 900 Euro, Fuhrpark-management |
| Quelle: Eigene Recherche |
Autor: Gerd Zimmermann
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