Startseite        Branchenbuch Bonn        Karriere        Häufig gestellte Fragen (FAQ)        Impressum        Downloads        Sitemap


  Wir über uns Leistungsspektrum News & Termine Info-Center Mitgliedschaft
 
Info-Center
Fachartikel & Checklisten
Unternehmensführung
Unternehmensfinanzierung
Kreditmanagement
International Business
Wirtschaftsinformationen
Marketing
Recht und Steuern
Forderungsmanagement
Systeme & Beratung
Online-Rechner
Lexikon Forderungsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Aktuelle Wirtschaftsforschung
Creditreform Akademie
Kontakt-Center

Ansprechpartner in Bonn
Informationsmaterial anfordern
Anfahrt & Routenplanung

Direktruf: 02 28 / 2 67 94-0

 

Startseite Info-Center Fachartikel & Checklisten Unternehmensführung Schnelle Funkglocke

Schnelle Funkglocke

Creditreform Unternehmermagazin

Creditreform Magazin, 08.02.2011


Der neue Mobilfunkstandard LTE weckt viele Hoffnungen.

In Hannover zeigt die Branche den Stand der Dinge – und die LTE-Welt von morgen. Was heute noch eine stationäre Internetverbindung oder einen W-LAN-Spot voraussetzt, kommt morgen über das Mobilfunknetz. Die neue Funktechnik „Long Term Evolution“ (LTE) hebt das Internet in die Lüfte. Daten und Dokumente beliebiger Größe sind damit bald mobil an jedem Ort komfortabel verfügbar. Gerade auch dem Cloud Computing wird LTE einen Schub verleihen. Für den Zugriff auf benötigte Dokumente müssen Außendienstler oder Geschäftsreisende nicht mehr erst den nächsten W-LAN-Spot ansteuern – und angesichts der hohen Geschwindigkeiten können Anwender sogar mobil auf Software-Anwendungen sowie Sicherheits- und Kontrolleinrichtungen zugreifen.

Auf der CeBIT ist der UMTS-Nachfolger eines der Top-Themen. Telekommunikationsbranche und Anwender erwarten viel von LTE. Das wichtigste Stichwort ist „Always in touch“: Mit LTE sollen Anwender nicht mehr nur auf Abruf mit einem Dienst verbunden sein, sondern durchgehend. Und weil LTE theoretisch Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und mehr ermöglicht, fließen die Daten nahezu in Echtzeit. Zum Vergleich: Der typische DSL-Anschluss für Privatanwender bringt es heute meist nur auf sechs oder höchstens 16 Mbit/s – und selbst das ist eher nur ein theoretischer Wert.
 

Jagd auf weiße Flecken

Bis es in der Realität soweit ist, wird es allerdings noch etwas dauern. Im Gegensatz zur Einführung von UMTS geht die Telekommunikationsbranche beim Start der LTE-Netze weit behutsamer vor. Insgesamt rund 4,4 Milliarden Euro hatten Telekom, O2 und Vodafone bei der Versteigerung der Frequenzen durch die Bundesnetzagentur im Frühjahr vergangenen Jahres auf den Tisch gelegt, E-Plus hatte sich weitere UMTS-Bänder gesichert. Der Ausbau des Mobilfunknetzes wird weitere vier Milliarden Euro kosten, so Schätzungen der Unternehmen. Derzeit rüsten Telekom, Vodafone und O2 ihre Sendeanlagen mit LTE aus und testen die Technik. Noch in diesem Jahr werden die LTE-Netze offiziell an den Start gehen und zunächst schnelles Internet per Funk in jene Gebiete bringen, in denen es bislang keinen Zugang zu breitbandigen Internetanschlüssen gibt. Weil die LTE-Funktechnik große Gebiete abdecken kann, ist sie aus wirtschaftlicher Sicht für das Erschließen der unterversorgten ländlichen Regionen besonders gut geeignet. Bis Ende 2011 sollen diese „weißen Flecken“ verschwinden, so die Vorgabe der Politik. Den drei LTE-Mobilfunkern dürfte das entgegenkommen. Ihre Investitionen können sie über mehrere Jahre strecken. Hinzu kommt, dass sie vor dem Ausbau in Ballungszentren die Technik ausgiebig testen können, und serienreife LTE-Endgeräte wie Smartphones kommen ohnehin erst ab Ende dieses Jahres auf den Markt. Auf der CeBIT werden erste Prototypen von LTE-Geräten zu sehen sein, etwa von HTC.

Die „Broadband World“ in Halle 13, eine gemeinsame Ausstellung von Mitgliedsunternehmen des Branchenverbands Bitkom und dem Bundeswirtschaftsministerium, wird sich ausgiebig dem Thema LTE widmen. Mehrere Hersteller und Dienstleister präsentieren auf 3.000 Quadratmetern Best-Practices und Strategien sowie konkrete Anwendungsszenarien und auch Visionen. Außerdem wird es Fachvorträge geben sowie Diskussionsrunden mit Experten, Verbandsvertretern und Politikern. Vor allem auch Vertreter von Kommunen erhalten hier Rat, wie sich die eigene Stadt oder Gemeinde mit LTE oder auch schnellen Glasfaseranschlüssen versorgen lässt. Derzeit bemühen sich zahlreiche bislang unterversorgte ländliche Städte und Gemeinden, ihre Bürger möglichst schnell an das LTE-Netz anzubinden und Teil der Testphasen der drei Anbieter zu werden. Sowohl die Telekom als auch Vodafone haben angekündigt, bis Ende 2011 jeweils 1.500 Städte und Gemeinden mit LTE zu versorgen.

Freilich werden auch die drei LTE-Anbieter auf der CeBIT vertreten sein und ihr Angebot präsentieren. Als erstes der drei Unternehmen hatte Vodafone bereits im Herbst 2010 LTE-Tarife vorgestellt, die Telekom folgte wenig später. Bei Vodafone kosten die nach Datenvolumen gestaffelten Tarife ab etwa 43 Euro, bei der Telekom 40 Euro. Dabei verbindet die Telekom ihr LTE-Angebot mit einem Standard-Telefonanschluss. Spezielle USB-Sticks oder Router, die Anwender kostenfrei erhalten, stellen die Datenverbindung zum LTE-Netz her. O2 hat bis Anfang Januar noch keine Tarife und auch keine Details zum Netzausbau veröffentlicht.
 

Datendienste preschen vor

Klar ist aber schon jetzt: Bei ihren LTE-Angeboten konzentrieren sich die Firmen auf das Übertragen von Daten. Mobile Sprachtelefonie wird mit LTE vorerst nicht möglich sein (mehr hierzu in „Creditreform“ 11/2010: „Sprachloses Netz“, abrufbar per Volltextsuche unter www.creditreform-magazin.de). Technisch ginge das – und zwar per mobilem Voice over IP, der Internet-Telefonie. Das aber wäre für Nutzer grundsätzlich kostenfrei. Weil die Sprachtelefonie im Mobilfunkgeschäft jedoch nach wie vor die größte Einnahmequelle ist, wird das LTE-Netz erst einmal sprachlos bleiben –und Voice over IP nur zu besonderen Konditionen möglich sein. Gleichzeitig mit dem LTE-Ausbau rüsten alle Mobilfunkfirmen auch die anderen Techniken nach, etwa UMTS. Der Grund: Während der Datenverkehr über LTE abgewickelt wird, werden Sprachverbindungen über UMTS und anderes hergestellt.

Solcherlei Einschränkungen wird es jedoch wohl nur in der Anfangsphase von LTE geben. Schon heute ist absehbar, dass klassische Datendienste den Mobilfunkfirmen sehr bald sehr viel höhere Einnahmen bescheren werden, als sie die Sprachtelefonie erbringt. Längst wird das Mobilfunknetz mehr zum Versenden und Empfangen von E-Mails, Bildern, Videos und anderen Daten genutzt als zum Telefonieren. Angetrieben durch neue mobile Gerätschaften wie Smartphones oder internetfähige E-Books wird sich dieser Trend verstärken, erwartet etwa eine Studie von Nokia Siemens Networks. Nach deren Prognose wird die Sprachtelefonie bis 2015 um 50 Prozent wachsen, die Datendienste hingegen um mehrere Tausend Prozent. Leicht denkbar ist also, dass die mobile Sprachtelefonie mit schwindender wirtschaftlicher Bedeutung bald nicht mehr der zentrale Service sein wird, sondern lediglich einer unter vielen.
 

Beschleunigte Geschäftsprozesse

Noch aber ist vieles in Sachen LTE nicht ausgereift. Auf der CeBIT wird es daher in Vorträgen und Fachdiskussionen vor allem um den Ausbau des LTE-Netzes sowie um technische Standards gehen. Für Hersteller von LTE-Hardware ist freilich genau das interessant. Und auch Firmen, die LTE-Hardware in ihren Produkten verbauen, werden in Hannover nicht zu kurz kommen. Anbieter von LTE-Laptop-Karten werden ebenso vertreten sein wie Hersteller von Empfangsantennen, Routern und anderer LTE-Technik. Dennoch wird auch zu sehen sein, was mit LTE absehbar möglich sein wird. Die Firma ConnectData etwa wird einen Barcode-Scanner mit nach Hannover bringen, mit dem per LTE Daten speziell an die SAP-Lösung BusinessOne übertragen werden. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit des LTE-Netzes kann das theoretisch in Echtzeit erfolgen. Erfasste Daten von Warenein- und -ausgängen sind somit sehr viel schneller in ERP-Systemen verbucht.

Viele Hoffnungen weckt LTE auch in der Entertainment-Branche: Gerade für das Streamen von hochaufgelösten Videos oder TV-Sendungen ist LTE bestens geeignet. Video-Konferenzen etwa sollen per LTE auch im fahrenden Auto möglich werden. Entsprechende Lösungen werden ebenfalls auf der CeBIT zu sehen sein. So wird der Technikausrüster Alcatel-Lucent auf seinem Stand in Halle 7 ein „LTE Connected Car“ zeigen für Online Gaming, Video on Demand (VoD) oder auch Musik-Downloads im Auto. In derselben Halle zeigen unter den Stichworten „Telematik“ und „Automotive“ noch weitere Hersteller LTE-Anwendungen.

Andere Anbieter widmen sich noch weiteren speziellen Herausforderungen rund um LTE, etwa dem reibungslosen Übergang von einem W-LAN- in ein LTE-Netz. Zwar tüftelt die Branche derzeit noch an Standards und an LTE-Geräten. Sicher ist aber, dass die althergebrachten Wege zur Datenübertragung mit LTE komfortabel mit LTE zusammen arbeiten müssen, um der neuen Mobilfunkgeneration zum Erfolg zu verhelfen.
 

Autor: Dirk Schäfer

zum Interview: „Anschluss an die Gigabit-Gesellschaft“
Dr. Bruno Jacobfeuerborn, Geschäftsführer der Technik Telekom Deutschland GmbH, skizziert den LTE-Fahrplan seines Hauses.



   Seite: drucken  |  weiterempfehlen  |  verlinken Bookmark and Share
 
Verwandte Themen

 Schnelle Funkglocke: "Anschluss an die Gigabit-Gesellschaft"
 Damoklesschwert Kreditkündigung
 Schwer nachvollziehbar
 Virtualisierte Arbeitswelten
 Von der Messe in die Wolke
Creditreform News

15.05.2012 - SchuldnerKlima-Index Deutschland mit 102,3 Punkten im Frühjahr 2012 auf stabil-positivem Niveau mehr

15.05.2012 - Aktuelle Analyse zur Wirtschaftslage im österreichischen Mittelstand mehr

24.04.2012 - CEG Creditreform Consumer GmbH firmiert um in Creditreform Boniversum GmbH und positioniert sich neu mehr

16.04.2012 - Aktuelle Analyse: Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Frühjahr 2012 mehr

23.03.2012 - Creditreform Beiträge zur Wirtschaftsforschung Nr. 15 mehr

Alle bundesweiten Meldungen
 
  Veranstaltungshinweise
 
 23.05., Düsseldorf - Effizientes Debitorenmanagement mehr
 
 23.05., Hamburg - Sichere Geschäfte im Ausland - von der Vertragsgestaltung bis zum Zahlungseingang  mehr
 
 24.05., Düsseldorf - Professionelles Liquiditätsmanagement - Liquidität als wichtigste Steuerungsgröße mehr
 
 19.06., München - Risiko Kundeninsolvenz: Ihre Möglichkeiten als Gläubiger mehr
 
 19.06., Oberhausen - Creditreform energy & risk mehr
 
 
  Kontakt | | Disclaimer | Datenschutz | Downloads | Sitemap    
       
  © 2011 Creditreform Bonn Domschke KG | Graurheindorfer Str. 92 | D-53117 Bonn
Tel.: 02 28 / 2 67 94-0 | Fax: 02 28 / 2 67 94-919 | E-Mail: info@bonn.creditreform.de