Schuldneratlas 2017 - Metropolregion Köln/Bonn

In den meisten Gebieten der Metropolregion Köln/Bonn hat sich die Schuldnerquote gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig verändert. Wie der heute vorgelegte „SchuldnerAtlas 2017 – Metropolregion Köln/Bonn“ von Creditreform Köln und Creditreform Bonn zeigt, gelten in der Stadt Köln 105.130 Personen als überschuldet. Das sind 1.530 Personen mehr als im Vorjahr. Weil aber im gleichen Zeitraum die Einwohnerzahl zugenommen hat, bleibt die Schuldnerquote mit 11,78 Prozent gegenüber 2015 (11,84 Prozent) nahezu unverändert. Auch in der Bundesstadt Bonn hat die Zahl der Schuldner leicht zugenommen: Sie stieg um 190 auf 23.740, die Schuldnerquote hingegen fiel wegen des gleichzeitigen Bevölkerungszuwachses leicht auf neun Prozent. Somit gilt jeder elfte Einwohner Bonns ab 18 Jahren als verschuldet, in Köln trifft das dagegen fast auf jeden achten zu. Die geringste Schuldnerquote von allen untersuchten Gebieten der Metropolregion Köln/Bonn weist der Kreis Ahrweiler auf. Allerdings stieg die Quote gegenüber dem Vorjahr leicht auf 8,7 Prozent. Im bundesweiten Vergleich belegt der Kreis Ahrweiler damit allerdings nur Platz 150 von 401 Kreisen und kreisfreien Städten. Bonn folgt auf Platz 174, Köln sogar nur auf Platz 332. Die zweithöchste Schuldnerquote in der Metropolregion Köln/Bonn nach Köln verzeichnet der Rhein-Erft-Kreis mit 11,4 Prozent; Platz 311 im Deutschlandvergleich. Als verschuldet gelten Personen über 18 Jahre, die die Summe ihrer fälligen Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht begleichen können und denen zur Deckung ihres Lebensunterhaltes weder Vermögen noch Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Auffällig sind die erheblichen Unterschiede zwischen einzelnen Stadtteilen und Gemeinden. Während beispielsweise in Widdersdorf, Lindenthal und Libur nur rund fünf Prozent der Bevölkerung über 18 Jahre als verschuldet gelten, belegen Gremberghoven (27,4 Prozent), Meschenich (24,5 Prozent) und Kalk (21 Prozent) traurige Spitzenplätze. Hier ist jede fünfte bis jede vierte Person überschuldet. „Auffällig ist zudem, dass sich die Schere zwischen wohlsituierten und schwierigeren Vierteln offenbar weiter öffnet“, betont Moritz von Padberg, Geschäftsführer der Creditreform Köln v. Padberg KG und einer der beiden Herausgeber des „SchuldnerAtlasses 2017 – Metropolregion Köln/Bonn“. Während die Schuldnerquote etwa in Libur besonders stark zurückging, stieg sie in Problemvierteln wie Meschenich oder Gremberghoven weiter deutlich an – sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch im Sechsjahresvergleich.

Ähnliches gilt für die Bundesstadt Bonn. Hier liegen fast 20 Prozent zwischen den Ortsteilen Ückesdorf (3,4 Prozent) und Dransdorf (23 Prozent). Zudem hat die Schuldnerquote in Godesberg-Nord um 1,8 Prozent deutlich zugelegt. Inzwischen ist dort nahezu jede fünfte Person verschuldet, so viele wie in kaum einem anderen Stadtviertel.

In den Kreisen sind die Ausschläge etwas geringer, doch auch hier lassen sich deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Gemeinden und/oder Ortsteilen feststellen.

„Eine halbwegs gesunde Mischung ist in immer weniger Vierteln anzutreffen“, hält Jörg Rossen, Geschäftsführer der Creditreform Bonn Domschke & Rossen KG, fest. „Es ist festzustellen, dass in immer mehr Stadtteilen eine Gentrifizierung voranschreitet und sich der Verdrängungswettbewerb auch in der Zahl der Verschuldungsfälle widerspiegelt.“ Wer kann, zöge in einen anderen Stadtteil, Menschen mit geringeren Einkommen strömten nach. „So festigen sich in nicht wenigen Vierteln die Einkommens- und Schuldenstrukturen“, beobachtet Rossen.

Der „SchuldnerAtlas 2017 – Metropolregion Köln/Bonn“ von Creditreform Bonn und Creditreform Köln bietet einen systematischen kleinräumigen Überblick zur Überschuldung von Privatpersonen. Anhand von Tabellen, Grafiken und Karten lässt der Schuldneratlas genau Vergleiche innerhalb der Städte und Kreise zu. Die Analyse basiert auf den Daten und Karten der Creditreform-Tochterfirmen Creditreform Boniversum GmbH und microm Micromarketing-Systeme und Consult GmbH, beide mit Sitz in Neuss. Die zugrunde liegenden Einwohnerzahlen stammen aus den „Kölner Statistischen Nachrichten“, der Statistik „Bevölkerung nach Altersgruppen und statistischen Bezirken“ der Statistikstelle der Bundesstadt Bonn sowie vom Statistischen Bundesamt.

Der regionale Schuldneratlas erscheint alljährlich im Herbst – traditionell nach der Veröffentlichung des bundesweiten Schuldneratlasses. Den legte die Creditreform diesmal am 9. November vor. Ergebnis: Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland ist seit 2014 zum vierten Mal in Folge angestiegen, allerdings weniger stark, als zu befürchten war. Zum Stichtag 1. Oktober 2017 wurde für die gesamte Bundesrepublik eine Überschuldungsquote von 10,04 Prozent gemessen. Damit sind über 6,9 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Dies sind rund 65.000 Personen mehr als vergangenes Jahr – ein Plus von 0,9 Prozent). Die Überschuldungsquote sinkt leicht, da die Bevölkerung nochmals spürbar zugenommen hat.

© 2018 Creditreform Bonn Rossen KG

Kontakt

Wenn Sie mit uns in Kontakt treten wollen, nutzen Sie dieses Formular. Wir leiten Ihre Nachricht umgehend an den richtigen Ansprechpartner weiter und setzen uns mit Ihnen in Verbindung.

kontaktformular

Kontaktformular
Kontakt